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Wann ist eine Paartherapie sinnvoll?

Paartherapie. Erst einmal ein großes Wort, mit dem man sich nicht auseinander setzen möchte, denn „Wir schaffen das auch alleine!“. Viele Paare haben Angst davor, sich für die eigene Beziehung Hilfe von außerhalb zu holen. Denn heißt das nicht zwangsläufig, dass die Beziehung ihr Haltbarkeitsdatum überschritten hat?

 
Welche Beziehungsprobleme den Gang zur Paartherapie rechtfertigen und wie eine außenstehende Person euch bei verdeckten Konflikten weiterhelfen kann, verrät euch unsere Lifecoach-Expertin Dorothee Schröter in unserem aktuellen Expertenspecial.
 
Lifecoach Dorothee Schröter: Hilfe in der Beziehung – so funktioniert es!
Eine Paartherapie bedeutet in der Regel, dass ihr als Paar gemeinsam einen Therapeuten aufsucht und mit ihm sprecht. Anlass sind akute oder chronische Konflikte in der Paarbeziehung, die ihr alleine nicht bewältigen könnt. Der „Klassiker“ unter den akuten Paarkonflikten ist der Seitensprung bzw. Betrug in jeder Form. Ich rate euch hier immer zu einem Besuch bei einem Paartherapeuten, da Paare selten in der Lage sind, eine solche Situation alleine positiv zu bewältigen. Die emotionale Verletzung steht im Vordergrund  und die Verwirrung ist so groß, dass Paare der Versuchung nachgeben und die Ursachen unter den Teppich kehren. Hauptsache die Affäre ist beendet und alles ist wieder gut. Doch ohne eine Aufarbeitung des Geschehenen kann leider nichts wieder gut werden, es wird nie wie früher sein. Und auch wenn man es als Betrogener in der akuten Phase nicht gerne hört: Ein Seitensprung kann für eure Beziehung eine große Chance sein, wenn ihr ehrlich und offen darüber sprecht. Der Therapeut kann euch hier anleiten und lenken, sodass die Gespräche fruchten.  Jeder von euch beiden kann zu Wort kommen und seine Emotionen ansprechen und es entsteht im Idealfall ein völlig neues Verständnis für das eigene Sein und für das des Partners. Ein Neubeginn!
 
Wie seht ihr eure Beziehung?
Ein anderer akuter Paarkonflikt ist ein einseitiger Veränderungswunsch: Der eine Partner möchte die Stadt oder das Land verlassen, aber der andere möchte nicht. Auch der einseitige Kinderwunsch kann ein Anlass für euch sein, Hilfe zu holen. Der Therapeut kann die Konflikte zwar nicht für euch beheben, aber er kann euch andere Lösungsansätze bieten und Kompromisse möglich machen, die für euch beide akzeptabel sind. Er hilft euch dabei, die „Pakete“ richtig zu verteilen: Was ist mein Thema, das ich vielleicht in einer eigenen Therapie bearbeiten sollte und was ist das Thema meines Partners, das ich akzeptiere. Der neutrale und professionelle Gesprächspartner verhindert bei solchen Gesprächen emotionale Sackgassen zwischen euch.
 
Hilfe bei chronischen Konflikten
Ständige Streitereien wegen Kleinigkeiten, sogenannte chronische Konflikte, zwischen euch beiden sind ganz sicher ein Grund für therapeutische Hilfe. Denn oft verdecken die Kleinigkeiten einen großen Konflikt, der nur mit Hilfe eines Dritten bearbeitet werden kann. Auch ein liebloser Umgangston ist Anlass für Hilfe von außen. Das Schöne an einer Paartherapie ist, dass sie euch einen neuen Blick auf die Partnerschaft ermöglicht. Oft ist sie der Anfang einer neuen Beschäftigung mit sich selbst und ermöglicht einen frischen Blick auf die eigenen Wünsche und Träume. Das verhilft eurer Beziehung zu einer höheren Lebendigkeit. Idealerweise vertieft die Therapie eure Liebe, denn gelöste Konflikte können zwischen euch ein festes Band knüpfen. Ich glaube am Ende nicht, dass jedes Paar eine Therapie braucht, aber das Überdenken des eigenen Beziehungsverhaltens kann niemals schaden!
 

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