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Wähle ich die Pille? (Teil 1)

Ob Studentin, berufsständige Frau, Mutter während der Stillzeit oder in den Wechseljahren – in den unterschiedlichen Lebensabschnitten einer Frau spielt das Thema Verhütung stets eine wichtige Rolle. Wir möchten uns sicher fühlen, unabhängig sein und unseren Tag so planen, wie wir es uns wünschen. Wir haben daher unsere Expertinnen, die Gynäkologin Frau Dr. Heitmann und die Hebamme Andrea Mikschl, gefragt: Ist die Pille wirklich die beste Wahl für mich?
 
Abbildung Themenspecial
 
Expertinnenmeinung Dr. C. Heitmann: Wie verhüte ich in welcher Lebenslage?
 
Die Pille ist, auch mehr als 50 Jahre nach ihrer Einführung, das wichtigste Verhütungsmittel in Deutschland. Ungefähr ein Drittel aller Frauen nimmt die Pille täglich ein. Dennoch kursieren nach wie vor viele Mythen und Vorurteile, die uns regelmäßig verunsichern und die Frage heraufbeschwören, ob man nicht doch lieber nach Alternativen suchen sollte. Die zentrale Frage ist hierbei: Ist die Einnahme der Hormone nicht vielleicht doch schädlich und beeinträchtigt die Gesundheit nachhaltig?
 
Aus frauenärztlicher Sicht kann die Pille in verschiedenen Lebensphasen einer Frau bei Zyklus-Problemen unterstützend wirken. Ein Großteil der Mädchen bis 15 Jahre nimmt die Pille in erster Linie zur Therapie von zu starken, zu schmerzhaften oder zu unregelmäßigen Blutungen ein. Hier steht der Verhütungsaspekt sogar noch im Hintergrund. Aber auch berufstätige Frauen schätzen die Möglichkeit, die Blutungen verschieben oder ausfallen lassen zu können oder sich darauf einstellen zu können, wann die Blutung kommt. Bei bestehendem Kinderwunsch setzt „frau“ die Pille ab und wird in über 80% innerhalb von einem Jahr schwanger.
Die Flexibilität, insbesondere wenn nach einer Schwangerschaft und Stillzeit ein erneuter Kinderwunsch besteht, ist mit dieser Methode als hoch anzusehen.
 
Auch besonders nach abgeschlossener Familienplanung stellt das Thema Verhütung noch mal eine wichtige Beratungssituation in der frauenärztlichen Praxis dar. Trotz „Pillenmüdigkeit“ und dem Wunsch nach Natürlichkeit finden sich in dieser Lebensphase Konstellationen, in denen eine hormonelle Verhütung empfehlenswert ist. Selbstverständlich immer unter Abwägung von Nutzen und Risiko, denn Frauen mit erhöhtem Blutdruck, Diabetes oder Thrombosen dürfen keine Pille einnehmen. Insbesondere bei zunehmend starken Blutungen, was zu Beginn der Wechseljahre häufig ein Problem darstellt, oder prämenstruellen Beschwerden, wie Brustspannen und Stimmungsschwankungen, kann die Pille ausgleichend unterstützen.
 
So individuell wie jede Frau, so ist auch jede persönliche Situation besonders und bedarf daher einer individuellen Beratung. Ob die Pille im Einzelfall also noch oder wieder passend ist, wird am besten im vertrauensvollen Gespräch mit der Frauenärztin geklärt.
 
Informiere dich in unserem zweiten Teil von Wähle ich die Pille? über die Wirksamkeit von Gestagenpillen.

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