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Schönheitsideale (Teil 2)

Selbst vor der Schwangerschaft und der Geburt machen Schönheitsideale nicht halt. Was ein Kaiserschnitt für den Körper bedeuten kann, beschreibt euch unsere Expertin Andrea Mikschl.
 
Models machen es uns vor und stehen schon wenige Wochen nach der Geburt ihres Kindes wieder schlank und trainiert auf dem Laufsteg. Einige Frauen verlieren den Blick dafür, wie wichtig die Zeit der Schwangerschaft und der Rückbildung ist und beenden die Schwangerschaft frühzeitig mit einem Kaiserschnitt. Unsere Hebamme Andrea Mikschl hat sich diesen nicht ungefährlichen Trend einmal genauer angesehen und gibt euch ihre Einschätzung dazu.
 
“Save your love channel – take a cesarian" oder „too posh to push“, also „zu fein zum Pressen“, sind für einige Frauen Gründe, sich für einen Kaiserschnitt zu entscheiden. Natürlich wählt jede Frau am Ende selbst, welche Variante sie für richtig hält, sie sollte sich jedoch genau informieren.
 
Kurz nach der Geburt schlank und schön, keine Hinweise darauf, dass vor kurzem eine Kind geboren wurde – so leben es uns die Schönen und Reichen z. B. aus Hollywood vor. Bis zu drei Wochen vor dem errechneten Termin wird der Kaiserschnitt in den USA teilweise gemacht. Genau die Zeit, in der die höchste Gewichtszunahme und wichtige Entwicklungsschritte erfolgen. Doch das kann und darf kein Maßstab für die Geburt sein! Und Frauen müssen nicht zwei Wochen nach der Geburt eines Kindes wie aus dem Ei gepellt aussehen – was neun Monate gewachsen, hat auch neun Monate Zeit sich zurückzubilden.
 
Dennoch weisen 30 % Kaiserschnittrate eindeutig darauf hin, dass das natürliche Verständnis für die Schwangerschaft und die Geburt verloren geht. Welche Beweggründe haben die Frauen, die sich für einen Wunschkaiserschnitt entscheiden? Der wahrscheinlichste Grund ist die Angst vor den Wehenschmerzen. Ältere Schwangere möchten keinerlei Risiko, viele schätzen das Planbare, sind nicht ausreichend informiert oder bekommen von anderen Frauen ein falsches Bild. Einige fühlen sich vor Ablauf der regulären Schwangerschaftszeit vielleicht nicht mehr im Stande zu warten. Ein ebenso wichtiger Grund sind Ängste vor Dammverletzungen, Sorge um die Stabilität des Beckenbodens oder Angst vor sexueller Beeinträchtigung.
 
Dem gegenüber stehen aber die Risiken, die ein Kaiserschnitt mit sich bringen kann: Jede Operation birgt diese und ein Kaiserschnitt ist eine Bauchoperation, bei der es zu Verletzungen der benachbarten Organe kommen kann. Infektionen und mögliche Verwachsungen können Schwierigkeiten bereiten und es bleibt auf jeden Fall eine Narbe, nach außen, wie nach innen. Vor allem die innere Narbe ist für eine weitere Schwangerschaft risikoreich. Neben all diesen Risiken kommt es bei Kaiserschnitten auch immer wieder zu Anpassungsstörungen beim Neugeborenen, wie Störungen beim Atmen. Ebenso haben Kaiserschnittkinder ein erhöhtes Allergierisiko.
 
Meine Meinung ist, dass eine Spontangeburt – wie auch von der Natur vorgesehen – natürlich und normal ist. Beschwerden, wie Rückenschmerzen, geschwollene Beine oder schlecht schlafen, gehören am Ende der Schwangerschaft einfach auch dazu. 40 Wochen sind für die Entwicklung des Kindes optimal und gegen Schmerzen gibt es Hilfe. Die natürliche Geburt eines Kindes kann ein überwältigendes Ereignis sein – ein wunderbarer Moment!

Du hast auch Fragen an unsere Hebamme, dann stell sie direkt und anonym in der Expertinnensprechstunde.

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