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Mysteriöser Orgasmus

Ekstatischer Sekundenrausch? Das Frauen-Problem? Überbleibsel der Evolution? Wer hat nicht alles über das Thema „weiblicher Orgasmus“ geschrieben: Sexexperten, Psychologen, Hirnforscher und Biologen. Wir schauen uns die interessanten Thesen und Meinungen zum weiblichen Höhepunkt mal genauer an.
 
Und wer gibt nicht alles Tipps wie wir Frauen zum Orgasmus oder sogar zum multiplen Orgasmus kommen können. Forscher wollen sogar herausgefunden haben, dass man an unserer Gangart die Häufigkeit des Kommens ablesen kann. Ein energisch zügiger Gang steht für viele sexuelle Höhepunkte; ein steifer und ungelenkiger Gang für Hemmnisse im Bett. Das Rätsel wird wirklich von jeder Seite beleuchtet, aber nicht gelöst.
 
 
Der weibliche Orgasmus ist bedeutend
 
Eins können wir zumindest festhalten: Um schwanger zu werden, brauchen Frauen den Orgasmus nicht. Könnte dies heißen, dass er keine existentielle Bedeutung hat?  Einige Wissenschaftler argumentieren, dass der weibliche Orgasmus existiert, weil Frauen durch ihn gerne und häufig Sex wiederholen. Die Ekstase wird als Belohnung für die Mühen des Geschlechtsverkehrs gesehen. Aus dieser Perspektive heraus sorgt der weibliche Orgasmus für häufigen Sex, Vermehrung und Arterhaltung und übernimmt damit eine wichtige Rolle. Aber erklärt das, warum wir so heiß über ihn diskutieren? Für Psychologen sendet der weibliche Orgasmus dem Mann ein Signal – und zwar: „Du bist der Richtige“. Das kann bei Paaren zu Unsicherheit und seelischer Verletzung führen. Denn viele Frauen kommen nicht jedes Mal zum Orgasmus; und manche Männer definieren ihre Liebhaber-Qualität allein über die Orgasmus-Häufigkeit ihrer Partnerin. Dadurch fühlen sich einige Frauen unter Druck gesetzt, bei jedem Geschlechtsverkehr einen Orgasmus bekommen zu müssen. Wahrscheinlich täuscht eine hohe Prozentzahl von Frauen ihn deshalb auch mal vor.
 
Frauen lieben mit weniger Sexhöhepunkten

Im Schnitt erleben Frauen nicht so regelmäßige Orgasmen wie die Männer. Woran könnte das liegen? Zum Teil sollen unsere Gene dafür verantwortlich sein, wie oft wir ihn haben. Eine Studie der Berliner Charité fand heraus, dass verschiedene Faktoren für einen weiblichen Orgasmus aus Sicht der befragten Frauen ausschlaggebend sind. Für die meisten sind die Situation, die Stimmung,  die Bedingung, der Geruch und die Hygiene des Partners, Sicherheit vor Krankheiten, Offenheit und Vertrauen entscheidend. Weniger wichtig waren die Attraktivität oder der Erfolg des Partners, das Verliebtsein oder die Länge des Penis. Sexexperten schätzen Frauen auch als „verkopfter“ ein. Sie können schlechter abschalten und sich fallenlassen. Auch scheint ihre Einstellung zu Körperlichkeit, Beziehung, zu Selbstliebe, Selbstvertrauen, sinnlicher Genussfähigkeit, Normen und Verboten  Einfluss auf ihren Orgasmus zu haben.

Der weibliche Orgasmus bleibt ein Mysterium und wird uns weiterhin beschäftigen. Aber müssen wir das Rätsel wirklich lösen? Lassen wir uns nicht eher von Theorien, Meinungen, Tipps und Tricks verrückt machen? Wäre es nicht besser Sex – mit oder ohne Orgasmus – zu genießen? Denn auch Sex ohne ihn kann für ein angenehmes, intimes Erlebnis sorgen, zur partnerschaftlichen Bindung beitragen, Vertrauen, Nähe, Zufriedenheit und Selbstbewusstsein schaffen. Wie seht ihr das? Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema „Orgasmus“ gemacht?

Hinterlasst einen Kommentar oder schreibt unsere Gynäkologin Frau Dr. Heitmann in der Expertensprechstunde.

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