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Intimpflege in der Schwangerschaft

Dass wir Frauen es mit der Intimhygiene gerne mal übertreiben, ist kein Geheimnis. Oft wird geschrubbt bis sich ein Gefühl der Sauberkeit einstellt – und kurz danach ein Brennen und Ziepen entsteht, weil wir die empfindliche Haut unseres Intimbereichs überreizt haben. Besonders während der Schwangerschaft sollten wir Frauen Wert auf eine sanfte Intimpflege legen: Denn falsche Intimhygiene kann zu unangenehmen Scheideninfektionen führen, die wir gerade in der Schwangerschaft vermeiden wollen. Wie ihr euch während der Schwangerschaft sauber fühlen und gleichzeitig eure Scheidenflora in Takt halten könnt, zeigt euch die Hebamme Andrea Mikschl.

Andrea Mikschl: Die richtige Pflege ist entscheidend!

Von Natur aus ist die Scheide mit Milchsäurebakterien und einem sauren Milieu ausgestattet, um sich gesund zu halten. Die tägliche Pflege des Intimbereichs gehört für uns Frauen zum Pflichtprogramm, insbesondere auch in der Schwangerschaft.

Allerdings bewirkt übertriebene oder falsche Hygiene das genaue Gegenteil. Zu viel Pflege kann den Säureschutzmantel der Haut schädigen, die wertvollen Milchsäurebakterien zerstören und so die Eintrittspforte für schädliche Bakterien öffnen. Eine solche Infektion könnte unter Umständen auch für das ungeborene Kind im Mutterleib gefährlich werden und z. B. eine Früh- oder gar Fehlgeburt auslösen.

Die Schwangerschaft verändert deine Intimflora

Durch die Schwangerschaftshormone verändert sich das Scheidenmilieu. Der sonst sehr saure pH- Wert steigt etwas an. Dadurch kann es leichter zu sogenannten bakteriellen Vaginosen kommen. Außerdem produziert die Scheide während der Schwangerschaft vermehrt Scheidenflüssigkeit. Diese Scheidenflüssigkeit ist meist milchig-weiß und fast geruchslos. Verändert sich der Ausfluss merklich, solltest du deine Frauenärztin aufsuchen.

Schon allein wegen dieser Änderungen ist die regelmäßige Kontrolle des pH-Werts der Scheide wichtig. Dies erfolgt bei der zwei- bis vierwöchigen Kontrolle bei deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin.  Verspürst du schon vorher Veränderungen, wie etwa Juckreiz, Brennen oder verstärkten Ausfluss, solltest du schon vor der vereinbarten Zeit einen Kontrolltermin vereinbaren. 

Auch wenn du in der Schwangerschaft mehr schwitzt und dadurch ein größeres Verlangen nach mehr Hygiene hast, achte auf das richtige Maß. Waschen, aber nur äußerlich, damit die Milchsäurebakterien dem Schutz vor aufsteigenden Keimen nachgehen können.

Wichtig ist, dass eine pH-neutrale Intimwaschlotion wie Sagella active verwendet wird. Diese hält den natürlichen Säureschutzmantel der Haut aufrecht. Herkömmliche Duschgels dagegen sind nicht für den empfindlichen Intimbereich geeignet!

So beugst du Scheideninfektionen vor

1. Beim Toilettengang von vorne nach hinten abwischen – dies verhindert Schmierinfektionen durch Stuhl bzw. Darmbakterien.

2. Greife auf luftdurchlässige, bequeme und nicht scheuernde Unterwäsche zurück. Die sexy Unterwäsche nur noch für ganz besondere Anlässe wählen!

3. Verwende Slipeinlagen ohne Farb- oder Duftstoffe und wechsle sie häufig.

3. Viel trinken ist das A und O – durch häufiges Wasserlassen verringert sich die Gefahr von aufsteigenden Harnwegsinfektionen und deine Harnröhre wird gut „durchgespült“.

4. Die Scheide nur äußerlich reinigen. Verzichte während deiner Schwangerschaft am besten komplett auf Scheidenspülungen, Intimsprays und Intimschmuck.

5. Wenn du zum Schwimmen gehst, solltest du den nassen Badeanzug umgehend wechseln und Whirlpools umgehen.

6. Beim Haare waschen unter der Dusche darauf achten, dass der Schaum deines Shampoos nicht über den Körper läuft, denn die meisten Shampoos sind alkalisch und setzen dem Intimbereich indirekt zu.

7. Trockne dich nach dem Duschen oder Baden sehr gut ab.

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