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Intime Zeitreise

Tägliches Duschen, hübsche und vor allem bequeme Slips,  passende Pflegeprodukte aus der Apotheke: Für uns Frauen ist heutzutage die tägliche Intimpflege mit keinem großen Aufwand verbunden und ist ganz einfach Teil unserer Pflegerituale. Passende Waschlotionen, Intimrasur und Unterwäschestil inbegriffen. Doch wie pflegten sich die Frauen im alten Rom? Und gab es zu Zeiten des Sonnenkönigs wirklich nur zweimal die Woche ein Bad? Wir nehmen euch mit auf eine intime Zeitreise.
 
 
Quo vadis Intimpflege?
Ein großes Badehaus, dampfende Quellen und jede Menge Menschen. Was für uns wie ein Ausflug in ein Erlebnisbad klingt, gehörte bei den Römerinnen zur täglichen Pflege dazu. Der regelmäßige Besuch diente nicht nur der Reinigung, sondern auch der Kommunikation. Klatsch und Tratsch, Sorgen und Probleme – Intimpflege inklusive. Reinlichkeit und Sauberkeit war nicht nur gesellschaftlich behaftet, sondern in vielen Kulturen auch ein religiöses Thema. Im Koran beispielsweise gab es bereits im 7. Jahrhundert besondere Regelungen für die Reinigung nach dem Sex oder die Entfernung der Schamhaare.
 
Wasser vs. Puder
Entgegen vieler Annahmen war die Reinlichkeit der Frauen im Mittelalter gar nicht mal so übel. Auch wenn es noch keine klassischen Badezimmer gab, so wuschen sich gerade die arbeitenden Frauen regelmäßig. Meist nur mit klarem Wasser und Seife, wenn sie sich diese leisten konnten. Damals war eher die Kleidung das Problem: Im Mittelalter wechselte man ihr Unterkleid durchschnittlich einmal im Monat und richtige Unterhosen oder besser gesagt „Beinkleider“ gab es erst später. Wenn es zu kalt wurde, knotete man das Kleid einfach unter dem Rock im Schritt zusammen. Bequemlichkeit fühlte sich wohl anders an! Ende des 17. Jahrhunderts hatten die Damen zwar viel mehr Kleidung, jedoch kam der Kontakt mit Wasser außer „Mode“, da man dachte, dass Wasser die Poren vergrößere und dadurch Krankheiten schneller in den Körper gelangten. Ersatz für das kühle Nass war der Einsatz von Puder. So überdeckten schöne Gerüche wie Rose oder Lavendel die doch eher mäßige Reinlichkeit.

Bidets, Binden & Badezimmer
Eine neuartige Erfindung aus dem 18. Jahrhundert unterstützte die Reinigung der Intimregion, auch wenn sie vorrangig eher als „Verhütungsmethode“ genutzt wurde. Mit sogenannten Bidets spülten sich die Damen nach dem Sex das Sperma aus. Keine sonderlich effektive Methode. Gynäkologinnen würden nicht nur in Sachen Verhütung, sondern auch in Sachen Intimflora die Hände über den Kopf zusammen schlagen, da eine derartige Spülung die empfindliche Intimzone schnell aus dem Gleichgewicht bringt und Infektionen begünstigt.

Auch die Monatshygiene war jahrhundertelang nicht so komfortabel wie heute. Tampons, Binden, Slipeinlagen. Die meisten Frauen haben heute immer etwas in der Handtasche parat. Unsere Vorfahrinnen hingegen konnten lange nur auf Binden aus Stoffresten zurückgreifen, die teilweise über Monate hinweg genutzt und gewaschen werden mussten.

Erst ab dem 20. Jahrhundert etablierten sich aufgrund des erhöhten Lebensstandards Badezimmer in den Häusern und verschiedene Drogerieartikel in den Kaufläden. Auch die Unterwäschemode und die Kleiderwäsche verbesserten sich. Ärzteverbände machten vermehrt auf die Reinigung des Intimbereiches aufmerksam. Viele Faktoren, die die Pflege immer unkomplizierter und alltäglicher gestalteten.   

Wenn wir uns also das nächste Mal zu Karneval als Römerin, Burgfräulein oder Marie Antoinette verkleiden, sollten wir froh sein, dass wir im Anschluss einfach unter die Dusche hüpfen und uns einen frischen Slip aus unserer Kommode suchen können.
 

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