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Essstörung – Der Kampf mit dem eigenen Körper

Die bekanntesten Essstörungen sind Magersucht, Bulimie und Binge-Eating. Diese drei „klassischen“ Essstörungen lassen sich jedoch nicht immer klar voneinander abgrenzen, da es auch Mischformen gibt. Erfahre in unserem aktuellen Expertenspecial mehr über die verschiedenen Ausprägungsformen von Essstörungen. Außerdem verrät dir Life-Coach Dorothee Schröter, wo du für dich oder einen nahestehenden Menschen Hilfe holen kannst und wie du erste Alarmsignale richtig deutest.
Lifecoach Dorothee Schröter: Essstörungen und ihre Krankheitsbilder
Magersucht zeigt sich durch drastische Einschränkung der Nahrungsaufnahme bis hin zur Verweigerung und durch starken Gewichtsverlust. Betroffene sind irgendwann sichtbar untergewichtig und empfinden sich dabei nach wie vor als zu dick. Dies ist sicherlich eines der wichtigsten Kennzeichen dieser Krankheit: Die eigene Körperwahrnehmung hat mit der objektiven nichts mehr zu tun, denn die Betroffenen haben in dieser Hinsicht den Bezug zur Realität verloren. Einige Magersüchtige kompensieren die Nahrungsaufnahme zudem durch exzessiven Sport und überfordern sich bis zum Zusammenbruch.
 
Bulimiker dagegen nehmen ganz normal Nahrung zu sich, erbrechen diese aber sofort wieder. Häufig zeigt das Gewicht der Betroffenen keine Auffälligkeiten. Bulimie ist für Außenstehende schwer zu erkennen, da die Betroffenen alles dafür tun, nicht entdeckt zu werden.
Beim Binge-Eating werden exzessiv sehr große Mengen Nahrung aufgenommen. Binge-Eater erbrechen aber nicht zwingend oder kompensieren die Nahrungsaufnahme durch Sport. Deshalb sind die Betroffenen häufig übergewichtig, denn sie können die eigene Nahrungsaufnahme nicht kontrollieren und regulieren.
 
Neuerdings hört man öfter den Begriff „Orthorexia“. Betroffene sind zwanghaft in Sorge, dass sie sich nicht gesund genug ernähren. Ihre Gedanken kreisen ständig um die richtige Ernährung. Diese Essstörung ist allerdings von Medizinern noch nicht durchweg anerkannt.
 
Was sind Alarmzeichen?
Die ständige Auseinandersetzung mit Essen oder Diäten ist immer ein erstes Alarmzeichen. In der Pubertät ist die Gefahr besonders groß, weil sich der Körper verändert und junge Mädchen dadurch oft verunsichert sind. Sie wollen möglichst „normal“ sein, doch gerade in dieser Phase entwickeln sich Mädchen und junge Frauen ganz individuell.
 
Wenn sich gute Laune und Glück nach der Zahl auf der Waage richten, ist es Zeit, sich Gedanken zu machen. Wieso erwarten wir von unserem Körper so viel Perfektion? Er ist viel komplexer und schlauer als wir uns vorstellen können und doch verlangen wir von ihm nur „gut auszusehen“!
Bei Freunden ist es besonders schwer, eine Essstörung zu erkennen, da die Betroffenen sehr gut darin sind, Auffälligkeiten zu verstecken. Starker Gewichtsverlust, das Meiden von Essen in Gesellschaft oder aber der Gang auf die Toilette nach dem Essen sind Alarmzeichen für eine Essstörung.
 
Alle strikten Ernährungsvorschriften wie etwa Paleo-Diät, Low-Carb oder die vegane Ernährungsweise können leicht in einer Essstörung enden, da dem Essen eine überproportionale Bedeutung beigemessen wird. Richtige Ernährung und perfektes Aussehen sind nicht der Königsweg zum Glück!
 
Spreche es an, wenn du glaubst, dass jemand ein Problem hat. Sei liebevoll, nicht ermahnend, denn am Ende geht es nicht um die Essensaufnahme an sich, sondern um das Selbstwertgefühl der Betroffenen. Und wenn jemand ein niedriges Selbstwertgefühl hat, braucht er keine Kritik, da er sich nur noch weiter zurückziehen wird. Gib dem anderen das Gefühl, dass dir etwas an ihm liegt und du hinter ihm stehst.
 
Hier findest du Hilfe
Bei einer manifestierten Essstörung muss unbedingt Hilfe eingeholt werden. Es gibt im Internet sehr gute Adressen (z. B. die BZgA Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), außerdem ist immer der Hausarzt der richtige Ansprechpartner für solche Störungen.

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