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Eine Frage der Kritik (Teil 2)

Die Freundin hat zum fünften Mal das Treffen abgesagt – so langsam nervt’s! Aber wie sage ich ihr das, ohne ihre Gefühle zu verletzen oder mir vorwerfen zu lassen, dass ich übertreibe? Richtig kritisieren will gelernt sein. Was du dabei beachten solltest und warum Kritik auch positive Effekte auf eure Freundschaft haben kann, erfährst du hier.

 

Im ersten Teil haben wir dir bereits Tipps gegeben, wie du am besten mit Kritik umgehen kannst. Bestimmt warst du aber auch schon Mal in der anderen Position, in der du einer Kollegin oder guten Freundin sagen musstest, dass dich etwas stört. Spätestens dann weißt du: Kritik zu üben fällt mindestens genauso schwer wie sie anzunehmen. Wie verpackst du Kritik also richtig, ohne jemanden zu verletzen? Das verraten wir dir hier im 2. Teil.

Perspektivenwechsel

Du könntest gerade platzen vor Wut und Enttäuschung. Seit Tagen habt ihr euren Mädelsabend geplant und kurz davor versetzt dich deine Freundin – schon wieder! Bevor du sie aber beleidigt anfährst, warum sie schon wieder keine Zeit für dich hat, halte inne und versetze dich erstmal in ihre Lage. Hat deine Freundin gerade Stress auf der Arbeit? Bedrückt sie vielleicht ein Problem mit ihrem Partner oder ihrer Familie? Vielleicht hat sie dich gar nicht vergessen, sondern hat gerade einfach nur zu viele andere Dinge im Kopf. Ein Perspektivenwechsel kann dir helfen, die Gründe für ihr Verhalten besser nachzuvollziehen.

Die richtige Atmosphäre wählen

Mal ehrlich: Vielleicht hast du vor der Konfrontation selbst etwas Bammel. Wie soll sich da erst deine Freundin fühlen, wenn du ihr sagst, dass du enttäuscht von ihrem Verhalten bist? Die richtige Atmosphäre kann eine kritische Situation schon viel einfacher machen: Wenn ihr euch beide entspannt fühlt kann ein konstruktives Gespräch entstehen. Wähle deshalb einen ruhigen Moment, in dem ihr beide keinen Zeitdruck habt. Ihr solltet außerdem unbedingt unter vier Augen reden, damit sich deine Freundin nicht vor versammelter Mannschaft bloßgestellt fühlt. Wie wäre es zum Beispiel mit einem gemeinsamen Spaziergang? Denn schon Oma hat gesagt: Frische Luft kann wahre Wunder wirken.

Der Ton macht die Musik

Jetzt geht’s ans Eingemachte: Die Konfrontation steht kurz bevor. Ausgerechnet jetzt kocht bei dir wieder das Gefühl von Wut und Enttäuschung darüber hoch, dass deine Freundin dich schon so viele Male versetzt hat. Auch wenn es schwerfällt - in dieser Situation lautet die Devise: tief durchatmen und die richtigen Worte finden.

Um das kritische Gespräch in Richtung einer konstruktiven Unterhaltung zu lenken, beginne mit einer positiven Aussage. Also zum Beispiel: „Ich habe immer sehr Spaß mit dir und freue mich jedes Mal auf unsere Treffen. Deshalb finde ich es so schade, dass es in letzter Zeit so selten geklappt hat.“
Verallgemeinerungen wie „Immer sagst du ab!“ oder „Nie hast du Zeit für mich!“ solltest du dabei vermeiden. Wenn du deiner Freundin stattdessen konkrete Situationen nennst, in denen du enttäuscht warst, kann sie deine Gefühle besser nachvollziehen.

Ebenso tabu sind Du-Botschaften – die provozieren oft eher einen unnötigen Konflikt. Verwende stattdessen Ich-Botschaften für deine Gefühle, zum Beispiel: „Es hat mich verletzt, dass du unser letztes Treffen abgesagt hast. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich dir nicht wichtig genug.“ Indem du deine eigenen Gefühle beschreibst, zeigst du deiner Freundin, welche Konsequenzen ihr Handeln hatte. Vielleicht war ihr vorher gar nicht bewusst, wie sehr dich eine bestimmte Situation verletzt hat.

Ein Dialog, kein Monolog

Im Idealfall bleibt ein kritisches Gespräch nicht einseitig: Gib deiner Freundin die Gelegenheit, sich zu deiner Kritik zu äußern. Nachdem du deinen Gefühlen Luft gemacht hast, ist sie an der Reihe ihre Sicht der Dinge zu schildern. Für dich heißt das: Zuhören und nicht unterbrechen. Anschließend habt ihr die Möglichkeit in Ruhe zu besprechen, was ihr in Zukunft besser machen könnt.

Spare nicht mit Lob

Gute Freundinnen zeichnet aus, dass sie über alles reden können. Daher macht ein Konflikt, den ihr gemeinsam gelöst habt, eure Freundschaft nur stärker. Sag deiner Freundin ruhig, dass dir das Gespräch mit ihr geholfen hat. Und sind wir mal ganz ehrlich: Der Grund für deine Kritik war ja auch, dass sie dir so wichtig ist! Sie wird sich dadurch bestimmt wertgeschätzt fühlen. Und wenn eine von euch das nächste Mal etwas stört, wird es euch viel leichter fallen, direkt darüber zu sprechen – schließlich seid ihr jetzt Profis!

Ihr seht, Kritik ist nicht gleich Kritik – aber mit diesen Tipps bleibt ihr auch in brenzligen Situationen souverän. Wir drücken euch die Daumen!

Euer w-wie-weiblich-Team

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