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Die passende Verhütung

Mit Kondom, eine Spirale oder doch hormonell? Unsere Gynäkologin Frau Dr. Heitmann zeigt euch, welche Verhütungsmethoden es gibt und welche für unterschiedliche Frauentypen geeignet sind.
 
 
Zu allen Zeiten haben Frauen versucht, die Freude des Sexes zu genießen, ohne die Folgen tragen zu müssen. So auch in Ägypten der ersten Hochkultur, die wir kennen. Die Ägypterinnen haben sich in Wollwachs gewickelte Granatapfelkerne in die Scheide eingeführt, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Ob sie schon wussten, dass die Kerne Östrogene enthalten oder ob es nur um die mechanische Barriere ging, wissen wir bis heute nicht.
Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Allerdings sind die verschiedenen Methoden nicht gleich sicher. Der sogenannte „Pearl Index“ beschreibt, wie viele Frauen von Hundert pro Jahr schwanger werden, in Bezug auf die entsprechende Methode. Ein hoher Pearl Index beschreibt eine eher unsichere Methode, ein niedriger eine sehr sichere.
Unterschiedliche Verhütungsmethoden greifen auf verschiedenen Ebenen an:
 
1)      Barriere
2)      Intrauterine Systeme (Spiralen)
3)      Hormonelle
4)      Natürliche
 
Barriere
Dazu zählen Kondome und das sogenannte Diaphragma (früher mussten sie individuell angepasst werden. Heute gibt es sie als „one size“, so wie Caya und Lea contrazeptivum). Diese Diaphragmen werden in die Scheide eingeführt und kommen vor dem Muttermund zum Liegen. Sie sollen verhindern, dass die Spermien durch den Gebärmutterhals kommen. Zusätzlich werden spermienabtötende Cremes empfohlen, um die Sicherheit zu erhöhen (Spermizide).
 
Intrauterinsysteme
Hier gibt es 2 verschiedene Systeme: a) die Kupferspiralen und b) die Hormonspiralen (Mirena und seit kurzem die etwas kleinere mit weniger Hormon: Jaydess).
Während die Kupferspirale durch Kupfer spermizid wirkt und dadurch die Spermien nicht zur Eizelle gelangen können, wirken die Hormonspiralen zusätzlich noch blutungsreduzierend, was Frauen, die sehr starke Periodenblutungen haben, zugute kommt. Der bessere Pearl Index der letztgenannten Spirale kommt dadurch zustande, dass das nur in der Gebärmutter wirkende Hormon den Schleim im Gebärmutterhals verdickt. Eine Verdickung des Gebärmutterhalsschleimes ist wie eine Barriere für die Spermien, da dadurch die Spermien am „Weiterkommen“ gehindert werden.
 
Hormonelle Verhütung
a) kombinierte Pille: Zusammensetzung aus „EE = Ethinylestradiol“ und unterschiedlichem Gestagen. Seit wenigen Jahren gibt es zwei Pillen mit sogenanntem natürlichem Östrogen, dem sogenannten Estradiol.
Bei den EE-haltigen Pillen gibt es im Wesentlichen 2 Dosierungen:
Die sehr niedrig dosierten Pillen mit 20 Mikrogramm Ethinylestradiol und mit 30 Mikrogramm Ethinylestradiol. Ausschlaggebend für die Entscheidung, welche Pille man verordnet bekommt, ist das Alter, die Vorgeschichte, Vorerkrankungen, familiäre Belastungen, Zyklusverlauf und eventuelle Beschwerden in diesem Zusammenhang. Auch bei Akne und Haarproblemen können einige Pillen zusätzlich günstige Wirkungen entfalten.
b) Östrogenfreie Pille (Minipillen): Diese enthalten nur Gestagen. In bestimmten Lebenssituationen (Stillzeit) oder bei einigen Erkrankungen, die die Einnahme von Östrogenen verbieten, werden diese eingesetzt (eine spannende Broschüre zu dem Thema findest du als Downloadlink am Ende dieses Artikels).
c) Hormonhaltiger Ring (Anwendung intravaginal), Pflaster zum Aufkleben auf die Haut:
Die Aufnahme der Hormone in den Körper erfolgt hierbei über die Haut oder die Scheide. Dies gewährleistet sehr stabile Hormonspiegel im Blut und die tägliche Einnahme entfällt. Dies ist für Frauen, die im Schichtdienst arbeiten oder viel unterwegs sind, sehr praktisch.
 
Natürliche Familienplanung
Durch Messen der Körpertemperatur, die nach dem Eisprung um mind. 0,5 Grad Celsius ansteigt, kann bei regelmäßiger Anwendung sehr zuverlässig der Eisprung festgestellt werden. Ab mindestens 5 Tagen vor und bis 2 Tage nach dem Eisprung muss dann mittels Kondomen oder „Enthaltsamkeit“ verhütet werden. Einige Frauen verwenden einen Computer, der den Eisprung anzeigt. Beides funktioniert allerdings nur bei regelmäßigen Menstruationszyklen. Da die Sicherheit deutlich schlechter ist als bei hormonellen Methoden, wird diese Art der Verhütung sehr jungen Frauen nicht empfohlen.
 
Insgesamt gibt es also sehr verschiedene Möglichkeiten eine Schwangerschaft, sofern noch nicht gewünscht, zu verhindern. Welche Methode „frau“ wählt, hängt von vielen Faktoren ab und ändert sich im Laufe des Lebens. Um herauszufinden, was gerade in die Lebenssituation und die Umstände passt, sind eingehende Beratungen bei der Frauenärztin zu empfehlen.
 
Du hast eine Frage zum Thema Verhütung? Dann wende dich gerne an unsere Gynäkologin Frau Dr. Corinna Heitmann in unserer Expertinnensprechstunde

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