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Besinnung auf mich selbst

Besinnung auf mich selbst, das heißt mit sich selbst in Verbindung stehen. Klingt erst einmal seltsam, denn eigentlich müssten wir mit uns doch immer in Verbindung stehen, da wir den ganzen Tag mit uns zusammen sind, oder? Aber leider ist das nicht die Regel. Viele von uns werden von Familie, Job und Freunden so sehr in Anspruch genommen, dass sie immer mit Anderen beschäftigt sind und sich selbst fremd werden. Wie du deinen eigenen, inneren Kompass findest, verrät dir Lifecoach Dorothee Schröter in unserem Expertenspecial.

 

Viele Menschen richten ihr Leben nach den Bedürfnissen anderer und vernachlässigen dabei die eigenen. Über kurz oder lang führt dies zur Erschöpfung oder Depression, da die Energiespeicher leer sind. Man braucht Raum und Zeit für sich, damit man genug Energie hat, um auch für andere da zu sein. Stehst du in einer guten Verbindung zu dir selbst, weißt du genau, wann du was brauchst, um deinen Akku wieder zu laden.

Zeit zum Träumen

Doch wie lerne ich, in Verbindung zu mir selbst zu treten? Der harte Weg: einfach hinsetzen und nichts tun. Gar nichts. Keine Musik, kein Buch, keine Ablenkung und einfach in sich hinein spüren. Wahrnehmen wie der Körper sich anfühlt, welche Gedanken durch den Kopf gehen, welche Gefühle aufsteigen. Gibt es da eine Diskrepanz zwischen Müssen (Gedanken daran, was noch erledigt werden müsste) und Wollen (Sehnsucht nach Abenteuern und Erlebnissen). Nutze diesen Moment zum Träumen und denke nicht in Grenzen, sondern male dir alles genau aus, denn Träume und Sehnsüchte sind der Schlüssel zu uns selbst. 

Verwirkliche dich selbst

Schreibe dir anschließend deinen Traum auf. Lass ihn liegen und schaue einige Tage später wieder darauf und frage dich, was davon möglich ist. Und das Erstaunliche ist: wir müssen gar nicht alle Träume und Sehnsüchte erfüllen, manchmal reichen schon die kleinen Schritte, damit du dir nah bist und dir etwas Gutes tust.

Sich auf sich besinnen heißt übrigens auch, dass wir uns belohnen, wenn wir etwas erreicht haben. Sei stolz auf das, was du erreicht hast. Auch wenn uns einmal etwas nicht gelingt, sollten wir uns nicht selbst Vorwürfe machen, sondern uns trösten. Selbstmitleid – in Maßen - ist immer auch eine gute Besinnung auf sich selbst. Solange ich nicht in meinem Selbstmitleid andere für mein Unglück verantwortlich mache, ist es manchmal sehr gut, sich selbst leidzutun.

Dein innerer Kompass zeigt dir den Weg

Wenn ich einen guten Kontakt zu mir aufgebaut habe, dann kann ich einen inneren Kompass entwickeln, der mir hilft eigene Entscheidungen zu treffen. Er kann uns die Richtung vorgeben. Das beginnt schon bei der Sympathie: Zu wem fühle ich mich hingezogen, wen mag ich weniger, wer tut mir gut? Unser innerer Kompass hilft uns auch dabei, unsere Berufung zu finden oder einen neuen Job zu suchen. Er kann nicht funktionieren, wenn du nicht bei dir bist, denn er entwickelt sich nur durch eine gute Beziehung zu dir selbst. Wenn du zu sehr von außen gesteuert bist, dann trägst du den Kompass anderer Menschen in dir und triffst deine Entscheidungen anhand der Erwartungen anderer. Es gibt erstaunlich viele erwachsene Menschen, die noch nach dem Kompass ihrer Eltern entscheiden und sich wundern, dass sie ihre Ziele nicht erreichen und von ihren Träumen weit entfernt sind. Der innere Kompass gibt dir eine natürliche Präsenz in deinem Leben: Ich bin „da“, ich achte auf mich, auf die Menschen in meiner Umgebung und die Welt!

So funktioniert dein innerer Wegweiser

Den inneren Kompass kann man nicht finden, man „erlebt“ ihn vielmehr. Er entwickelt sich ständig weiter, er speichert unsere Erfahrungen, er justiert sich ständig neu. Ein Ziel lässt er dabei niemals aus den Augen: ein erfülltes Leben! Und je näher du bei dir selbst bist, desto besser funktioniert dein Kompass.

Allerdings muss ich auf einen Irrglauben hinweisen, der in unserer „wie optimiere ich mich am besten“ Zeit immer wieder durch die Köpfe geistert: unser Kompass macht uns nicht automatisch glücklich! Manchmal weist er uns auch den Weg in Richtung unliebsamer Erfahrungen, die dennoch wichtig für uns sind. Wir können nicht nur gute Erfahrungen machen. Denn wenn wir ehrlich sind, haben uns gerade die Schwierigkeiten in unserem Leben stärker gemacht und nachhaltig geprägt. Es ist für das Selbstbewusstsein sehr wichtig zu erkennen, dass du dich auch aus schwierigen Situationen befreien kannst. Das wird dich gelassen und zufrieden machen.

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