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Alltagssexismus: „Schätzchen, kannste mal grade?“

„Hier brauchen wir mal ein paar starke Jungs!“ – „Sei doch kein Mädchen!“ – „Das ist eine Aufgabe für ein Paar zarte Frauenhände.“ – Schon mal gehört? Und schon mal darüber nachgedacht, dass hinter all diesen Sprüchen astreiner Sexismus steht? Alles normal? Nix da! Wir erklären euch, warum das Thema „Sexismus“ hoch aktuell ist und wie ihr euch am besten dagegen wehrt.

 

Sexismus lauert in allen Ecken

Wem kommt das bekannt vor? Im Job werden euch bestimmte Aufgaben zugewiesen mit dem Argument, dass ihr das „als Frau“ besonders gut könnt. Seid ihr mit einer Entscheidung nicht einverstanden und sagt offen eure Meinung, wirft man euch „Emanzentum“ vor oder tuschelt: „Die hat halt ihre Tage“. Und das Gefährliche: Manchmal machen sogar die Kolleginnen mit, weil sie starke Frauen oftmals nicht als Vorbild betrachten, sondern als Konkurrenz fürchten. Die wenigen Führungspositionen für Frauen sind schließlich hart umkämpft!

Laut Gender Inequality Index (GII) der UN ist Deutschland zwar mit Platz 6 recht weit vorne, aber von Gleichberechtigung sind auch wir noch ein ganzes Stück entfernt. Aber woran liegt‘s? Dass Sexismus in der Arbeitswelt gang und gebe ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr – aber auch außerhalb des Jobs geht es weiter: Der Onkel, der euch beim Tanz auf der Familienfeier dezent an den Po langt, der Passant, der euch auf der Straße hinterherpfeift, wenn ihr ein Kleid tragt. Und in der Beziehung? Mal ehrlich, wer übernimmt bei euch die Wäsche? Tatsache ist: Frauen leisten immer noch 50 % mehr im Haushalt als Männer. Hmpf.

Soweit die auffallenden Formen des alltäglichen Sexismus. Doch was ist mit den diskreten, aber nicht weniger schlimmen Varianten? Beispiel Sprache: Schon mal erlebt, dass jemand sagt: „Ich geh mal eben zur Bäckerin“? Oder einer Expertinnenrunde im Fernsehen gelauscht? Nope. Wie selbstverständlich nutzen wir stets die männlichen Begriffe und beeinflussen so maßgeblich unser Denken. Wer immer vom „Onkel Doktor“ spricht, der formt schon bei kleinen Kindern die Vorstellung, dass verantwortungsvolle Berufe nur von Männern ausgeübt werden können.

Noch subtiler ist nur noch ökonomischer Sexismus. Schon mal überlegt, warum ein Frauenhaarschnitt doppelt so viel kostet wie ein Herrenhaarschnitt? Oder Tampons und Binden mit 19 Prozent Steuern belegt sind, während bei Kaviar, Toilettenpapier und Blumen nur 7 Prozent anfallen? Why? Weil die Verpackung rosa ist? Ach komm!

Was tun? 3 Merksätze gegen Sexismus

Du hast vielleicht nicht alle diese Situationen selbst erlebt, aber viele werden dir bestimmt sehr bekannt vorkommen. Doch was nun? Musst du damit leben? Sind einige vielleicht gar nicht so schlimm, sondern eher Ausdruck von Höflichkeit und Tradition? Stopp! Fang gar nicht erst an Sexismus zu entschuldigen! Der Kampf dagegen beginnt im Kopf - und zwar in dem der Männer und der Frauen. Unsere drei Merksätze helfen dir, Sexismus in deinem Alltag den Kampf anzusagen:

1. Weil ich ein Mädchen bin?

Überlege gut, ob Entscheidungen und Aussagen auf dein Geschlecht abzielen oder tatsächlich auf dich als Person.

2. Sag nicht nichts

Stumm bleiben, wenn Sexismus stattfindet, bedeutet ja sagen. Lass dich deshalb gar nicht erst in eine Schublade stecken und sprich offen an, was dich stört.

3. Verliere nicht den Mut

Der Weg vom Korsett zum Bikini war kein Sprint – und so wird auch der Kampf gegen Alltags-Sexismus nicht morgen schon siegreich sein.

Wichtig sind die kleinen Schritte – in deiner Partnerschaft, in deinem Job und deinem Alltag. Mit Ausdauer, Selbstvertrauen und Zuversicht schaffen wir es, Sexismus über kurz oder lang dorthin zu schicken, wo er hingehört: in die ewigen Jagdgründe.

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